Konzert

Sunday Surprise „Robert Oberbeck“

Datum: 09.12.2018
Beginn: 18:00 Uhr

Robert Oberbeck, der mit „Soul Bullet“ sein viertes Studioalbum vorlegt, ist ein Singer Songwriter im exakten und besten Wortsinne. Er singt wahrhaftige Geschichten, selbst wo sie frei erfunden sein mögen, von Alltagskämpfern und Kleinstadthelden, von Zweiflern und gebeutelten Familien, von Ausbruchssehnsüchtigen ebenso wie von Rückzugsbedürftigen, die auf der Suche sind nach ihrer kleinen Schutzzone – während die Zeit und das Geschehen „da draußen“ sie ängstigt. Alles, was hier erzählt wird, spielt erklärtermaßen auf die eine oder andere Weise in Oberbecks Heimatstadt Marburg. Die musikalischen und sprachlichen Mittel jedoch stammen nicht aus Mittelhessen, sondern aus dem Arsenal englischsprachiger Songwriter: Man hört die Vorbilder Springsteen und Dylan – mindestens ebenso deutlich und eher aus Oberbecks Generation auch die Iren Glen Hansard und Damien Rice. Oberbecks Stimme und die akustische Gitarre führen den Bandsound, in zwei Titeln musikalisch unterstützt von Thorsten Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse). Klavier, wenige Streicher, E-Gitarren und das Schlagzeug klingen so, wie sie eben klingen, wenn sie jemand zu spielen weiß und nicht als bloßen Input für Effektkaskaden nutzt. Im Analoghaus-Studio von Tom Ripphahn (ehemals Hands on the Wheel), wo Oberbeck erneut aufgenommen hat, pflegt man sparsam mit Effekten umzugehen. Nichts wird am Computer erkünstelt, die extrem guten Mikrofone sollen einfangen, wie ein Song atmet – man hört gleichsam das Holz der alten Röhrenverstärker und den Teppich, auf dem das Schlagzeug Staub aufwirbelt. Zu ahnen ist, dass all das auch live gut funktionieren wird – es sind dreizehn Stücke echter Musik, die aufgeführt sein wollen. Das Schöne an der CD ist, dass sie eine solche Aufführung schon bestmöglich einfängt. Es ist Singer Songwriter Musik, die weiß, wann sie rocken muss – und wann sie fast schweigen sollte. „Singer Songwriter“ – Musik aus der mittelhessischen Provinz, gar nicht fragwürdig – ja, das gibt es.

 

Eintritt frei – Hutkonzert

 

Photocredit: Thorsten Richter

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